Der Touchpoint

Wir kennen ja die Deutsche Bahn und ihre lustigen Wortneuschöpfungen.

Diesmal hat sich die Deutsche Bahn wieder einmal selbst übertroffen:

Vor Kurzem wartete ich am Bahnhof und dabei viel mir ein neues Gerät auf, das an einer Stahlsäule befestigt war.

So sieht es aus:

 

 

Ich war ganz verunsichert, was dies denn für eine Gerätschaft sein soll und wozu es wohl nütze ist. Wie ich einige Tage später beobachten konnte, ging es vielen anderen Menschen auch so, sie blieben immer sehr verwundert stehen und waren irritiert. Man kann sogar viele Fingerabdrücke sehen, weil die Menschen denken "Einen Touchpoint muss man wohl berühren". Was an sich ja auch eine logische Schlussfolgerung ist, denn schließlich heißt >touch< ins Deutsche übersetzt "Tastempfindung, berühren, Berührung". Der Touchpoint wäre demnach der "Berührungspunkt" oder hieße "Punkt berühren". Und jemand der nur weiß, dass es ein "Berührungspunkt" ist, drückt da halt auch gerne mal drauf rum (verständlich).

Mal ganz abgesehen, dass es so etwas wie einen "Touchpoint" nicht gibt genauso wenig wie es einen "Servicepoint"(die Information in größeren Bahnhöfen) gibt und selbst Briten nicht wissen, was das sein soll.

Nachdem ich mich darüber etwas erkundigt hatte, taten sich vor mir noch ganz andere Abgründe auf...

Dazu einige Zitate von der Homepage der Deutschen Bahn AG:

"Touch&Travel ist ein elektronisches Verfahren, dass die zukünftige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ausschließlich mit dem Handy erlaubt. Das Handy ist dabei Zugangsmedium zum Verfahren und Fahrtberechtigung zugleich."

"Nach einmaliger Registrierung im Internet meldet sich der Kunde mit seinem Handy an einem elektronischen Anmeldepunkt (Touchpoint) an – den Touch In. Er fährt wie gewohnt mit Bus und Bahn. Nach Beendigung der Fahrt meldet er sich mit seinem Handy an einem Touchpoint wieder ab den Touch Out. Seine Fahrtroute wird nach der Datenübertragung über das Mobilfunknetz an das Touch&Travel-Hintergundsystem computergestützt ermittelt."

"So einfach ist das neue eTicketing-Verfahren, welches die Deutsche Bahn und ihre Kooperationspartner ab Herbst 2007 pilotieren werden."

Wenn ich das mal zusammenfassen darf: Es gibt den Touchpoint, der beim Fahrtbeginn der Touch In ist und nach Beendigung der Fahrt der Touch Out. Das Ganze nennt sich dann eTicketing-Verfahren(elektronisches Ticketing-Verfahren)...

Übersetzen werde ich das jetzt nicht, weil da wie so oft bei der Bahn, nur Murks rauskommt :P

Mal ganz abgesehen, dass es im eigentlichen Sinne diese ganzen Wortvergewaltigungen eigentlich gar nicht gibt.

Meine Lieblingsstelle auf der Seite der Deutschen Bahn wurde leider entfernt, wo es sinngemäß darum geht wie sich dieses Verfahren nennt und wie die Abkürzung lautet: -sinngemäß- "Dieses Verfahren nennt sich "elektronisches Ticketing-Verfahren", abgekürzt wird es mit "eTicketing-Verfahren."

Ja mit dieser Abkürzung haben sie wirklich den Vogel abgeschossen und denkbar einfache Abkürzungen wie "ETV" verblassen regelrecht gegen die Kreationen der Deutschen Bahn. Sie ist eines der besten Beispiele dafür, wie man die eigene Sprache misshandelt.

 

Schönen Tag noch

7.11.07 22:04

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